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Kaum war das gestrige Daily Picture online, klingelte auch schon das Telefon. Nein, nicht das Krankenhaus. Mein Schatz. Aus dem Krankenhaus.
Nur die Ruhe. Es bleiben vermutlich keine Dauerschäden.
Wahrscheinlich ist es ein Naturgesetz, dass es grundsätzlich immer schief geht, wenn alte Büromänner sich für junge Eichhörnchen halten, sich auf dem Abenteuerspielplatz wie Tarzan an der Liane von Baum zu Baum hangeln und das ganze Geturne Führungskräftetraining nennen. Angeblich sollte diese Kletteraktion der Teamgeistförderung dienen. So so. Fragt sich jetzt nur welches Team. Im Moment scheint meines gemeint zu sein. Es besteht aus:
Mike dem Babyfütterer, -wickeler, -bespaßer.
Mike dem Teilzeitbeschäftigten.
Mike dem Hundgassiführer.
Mike dem liebenden Ehemann und neuerdings
Mike der Krankenschwester.
Achja, und auch die zweite Neueinstellung darf nicht vergessen werden:
Mike der Bemitleider.
Denn so ein ausgekugelter Arm will bemitleidet sein. Ob die Bänder ebenfalls Mitleid brauchen – weil gerissen – wird sich erst in den nächsten Tagen herausstellen.
Der Anruf aus dem Krankenhaus kam natürlich pünktlich zum Spielende Italien gegen Frankreich. (Oh ho, böse Erinnerungen an die WM 2006 werden wach!) Die Ludwigsburger Straßen waren dicht. Schon wieder – wie auch die letzten Nächte. Überall hupende Autos, italienische Flaggen und kreischende, pfeifende und singende Menschen. Ludwigsburg scheint eine sehr international bevölkerte Stadt zu sein. Denn es macht irgendwie keinen Unterschied welches Land das Spiel gewinnt. Pünktlich zum Abpfiff verstopfen die Straßen, lärmen die Hupen und wehen die Fahnen der Siegernation.
Die Hauptstraße durch die Innenstadt wird übrigens nach einem EM-Spiel polizeilich gesperrt. Das weiß ich heute. Gestern Nacht gelernt. Und es ist überdies total unlustig – ganz ohne grün/weiß/roter Beflaggung – in einem italienischen Autokorso zu stecken, wenn man eigentlich nur auf dem schnellsten Weg ins Krankenhaus möchte um den Schatz heimzuholen.
Nun gut. Jetzt sind wir alle drei zu Hause. Mein Schatz leckt sich die Wunden, Töchterchen schläft und ich streiche die Frühstückshonigbrote. Es lebe der Teamspirit!

Zwei Beispiele aus meiner Kindheit:

Der Zahnarztstuhl.

Ich mochte ihn und auch den Zahnarzt. Ein Zweimetermann mit Brille. Er schenkte mir immer ein kleines Spielzeug aus einem großen Glasgefäß, das am Zimmerrand auf einem Sideboard stand. „Zähne völlig gesund. Gut gepflegt. Glückwunsch.“, lobte er. Nie musste er den Bohrer benutzen, weswegen ich vor diesem Gerät keine solche Angst hatte, wie vermutlich alle anderen Personen im Wartezimmer. Ich war lediglich aufgeregt wegen dem Spielzeug, das da schon im Behandlungszimmer auf mich wartete. Ganz anders verhielt sich das mit einer anderen Sitzgelegenheit meiner Kindheit:

Der Friseurstuhl.

Den hasste ich wie die Pest. Und auch den elektrischen Haartrimmer. Beide gehörten der schrecklichen und alten Friseurin des Ortes in dem ich aufgewachsen bin. Ihre Schere ertrug ich noch irgendwie. Solange sie diese benutze waren meine Haare noch nicht zu kurz. Erst als der Trimmer surrte, wusste ich, dass meine Frisur, soweit ich je eine besaß, nun für die nächsten Wochen ruiniert war. Es vergingen viele Jahre und Friseurtermine bis ich mich mehr zu sagen traute als lediglich die zwei Worte: „etwas kürzer“.

Der spätere Vokuhila sah an mir nicht wesentlich besser aus. Aber trotzdem war diese Frisur für mich eine riesige Verbesserung. Schließlich konnte ich die Frage, wie die Haare denn geschnitten werden sollten, jetzt voll ausformuliert beantworten: “Vorne und oben kurz und igelig. Hinten lang. Bitte.“ Hinten wollte ich mir die Haare wachsen lassen, damit ich mir mal ein blondes Schwänzchen wie das von Hartmut Engler* machen lassen konnte. Irgendwie hab ich die Haarlänge aber nie geschafft. Wer weiß für was es gut war.

Auch wenn ich heutzutage angstfrei zum Friseursalon gehe, so hasse ich den Gang nach wie vor. Schon als Kind fand ich das Ausgequetsche auf dem Friseurstuhl ätzend. Vor allem weil ich zu treudoof war und die Hairdresserin so leichtes Spiel hatte, sich bezüglich unserer Familieninterna auf dem Laufenden zu halten. Nicht, dass es da etwas zu verheimlichen gab, aber trotzdem link von ihr. Auch heute will das Salonpersonal noch alles wissen. Wahrscheinlich ist die Ausfragerei ein Ausbildungsfach und Fragen wie folgende gehen im Unterricht in Fleisch und Blut über:

„Was machen Sie beruflich?“
„Wo fahren Sie dieses Jahr in Urlaub?“
„Wohnen Sie zur Miete oder schon im eigenen Haus?“
„Wie oft hatten Sie diese Woche schon Sex?“

Ich wünschte meine Friseurin hätte keine Zunge. Dann müsste sie ihre Fragen aufschreiben. Ob sie das kann? Immer wenn sie merkt, dass ich nur noch einsilbig antworte, wird sie das Fragen müde und beginnt selbst zu erzählen. Anstatt sie einfach still wäre. Nein, ihre Lebensgeschichte ist wohl im Preis inbegriffen. Also: Sie kommt aus Polen. Spricht aber akzentfrei Deutsch. Darauf ist sie sehr stolz. Genauso auf ihren Sohn. Der ist schon erwachsen. Trotzdem ist der letztes Jahr mit ihr in den Urlaub gefahren. Das sei ja klar, schließlich ist es billiger mit Mama und sie lese ihm jeden Wunsch von den Lippen ab. Ach was Lippen. Ich bin mir sicher die hat vorsorglich gleich das Gehirn des Jungen angezapft um ja keinen Wunsch zu verpassen, so gluckig wie die tut.

„Haben Sie denn schon Kinder?“, will sie wissen.
„Nein.“
„Aber Sie wollen sicher mal Kinder?“
„Ja.“
„Ach, dann haben Sie die Richtige noch nicht gefunden?“
„Nein.“
„Verstehe ich gar nicht. Sie sind doch ein Hübscher!“
Ich ziehe lediglich meine Schultern hoch.
„Naja, kommt bestimmt noch.“
„Bestimmt.“

Ich hasse Friseurstühle! Und ihr wisst jetzt, warum ich auf meinen Daily Pictures oft eine Basecap trage oder eben eine unmögliche Frisur.

*Sänger der Popgruppe Pur

Gartenarbeit macht Spaß. Wenn man´s genau nimmt, dann haben wir ja nicht wirklich einen Garten sondern eine Terrasse. Auf der wurstelte ich heute. Unserem Kirschbaum wurde ein größerer Topf spendiert. Gleichzeitig habe ich ihm noch eine Kiwi als Nachbarin gepflanzt. Diese darf sich jetzt um den kahlen Stamm der Kirsche schlingen.

So ist in nur einer Stunde Umgetopfe – die Kirsche war wirklich schwer aus dem bisherigen Topf zu holen – aus einem gewöhnlichen Kirschbaum ein Kirkiwi geworden. Der Baum blüht schon ein paar Tage weiß und auch bei der Kiwi zeigen sich bereits ein paar Blütenknospen. Man darf also tatsächlich auf ein paar Früchtchen spekulieren. Die Kiwisorte heißt übrigens “Solo”. Der Name ist Programm. Normalerweise braucht es bekanntlich bei Kiwis eine weibliche und eine männliche Pflanze, wenn es Früchte geben soll. In der gekauften Züchtung sind nun beide Geschlechter veredelt – was unheimlich Platz spart. Platz ist ein gutes Stichwort. Unsere Dachterrasse ist ja nicht groß. Zumindest nicht im Vergleich zu einem gewöhnlichen Garten. Trotzdem ist es erschreckend wieviel Unkraut – ich weiß im Prinzip gibt es kein Unkraut, sondern nur Kräuter, die ich eben nicht so gerne bei mir auf der Terrasse haben möchte – in so ein paar Töpfen wachsen kann und wieviel Zeit diese Jäterei raubt. Ich glaube mein Schatz hat Recht wenn er sagt, wir kaufen uns erst ein Haus mit Garten, wenn wir uns auch den Gärtner dazu leisten können. Da heißt es noch Sparen. Unkrautjäten mag ich also nicht. Umtopfen ja. Gießen ist eigentlich mein Lieblingsjob im Grünen. Das Geplätschere entspannt mich ungemein. Wenn das Wetter die nächsten Tage so schön wie heute bleibt, dann habe ich ja bald wieder Gelegenheit die Gießkanne zu schwingen.

Nicht jeder verschrieb sich heute der Gartenarbeit:

Frau Postbotin hat heute geklingelt. Übergabe-Einschreiben für mich. Das ist ja nie gut. Ein grauer Umschlag aus Recycling-Papier mit Blauem Engel hinten drauf wird mir in die Hand gedrückt. Ich unterschreibe. Der Blaue Engel ist eigentlich gar nicht blau, fällt mir auf, sondern schwarz – vielleicht die Farbe ausgegangen? Aber Spaß beiseite – überlassen wir die Spitzfindigkeiten meinem Arbeitgeber. Er hat nämlich einige gefunden. In dem Briefumschlag steckte ein seitenlanges, gekonnt mit Paragraphenketten und Urteilszitaten vollgestopftes Dokument. Da hat sich jemand wirklich Mühe gegeben. Hier die Zusammenfassung:

Ich nicht zahlen! Du klagen!

So, da haben wir den Salat. Und nun? Gerichteln durch alle Instanzen bis zum finanziellen Ruin? In der ersten Wut hab ich das gemacht, was ich in letzter Zeit immer mit Schreiben meines Arbeitgebers mache: gescannt und pdf-tiert. Nun, mit etwas kühlerem Kopf, schick ich das ganze mal per e-Mail an den Lesben- und Schwulenverband Deutschland. Dann sehen wir weiter. Es bleibt spannend…

Für mich definitiv ein Tag an dem einem die Brille – nicht aber etwa die alte schwarze um die’s sowieso egal wäre, nein, schon die neue, die nicht ganz günstige – völlig unangekündigt in zwei Teile bricht.

MR2-Sonntag, für mich ein Tag des großen Suchens nach unwichtigen Dingen, die dann aber doch ziemlich wichtig werden, wenn man sie nicht findet. Wie zum Beispiel vorgenannte schwarze Ersatzbrille und ein Paar Schnürsenkel. Die hab ich ganz bestimmt gekauft. Hundertprozentig. Nur jetzt ist das Paar wie vom Erdboden verschluckt. Ach, das Haus verliert doch nichts! Schön. Dumm nur, dass das werte Haus, das Vermisste immer erst dann herausrückt, wenn man bereits den Ersatz gekauft hat!

Um einen MR2 Sonntag handelt es sich auch, wenn es just in der Minute, wenn dann alles gefunden ist (natürlich hat man die Sachen an Orten gefunden, an die man die Dinge selbst definitiv nicht hingeräumt hat), das Baby, der Mann und der Hund endlich ausgehfertig sind, anfängt wie aus Kübeln zu gießen. Natürlich hört es, wenn es sich um einen echten MR2 Sonntag dreht, sofort wieder auf zu regnen. Allerdings erst, wenn die ganze Familie die Ausgehkluft ausgezogen und wieder an den Haken zurückgehängt hat.

Das alles macht aber einen schnöden Sonntag noch nicht zu einem MR2 Sonntag. Nein. Der Ritterschlag erfolgt erst, wenn man sich von diesen Kleinig- und Nichtigkeiten so ordentlich die Laune verderben lässt. Heute ist für mich so ein Sonntag. MR2 spricht sich französisch gelesen „merde“ aus. Sch…e.

… aber Mike musste ja optimistisch sein. Heute lag der Brief meines Arbeitgebers bezüglich des Familienzuschlages im Briefkasten.

Antrag abgelehnt.

Also erstmal kein Geldregen. So eine Sch…e. Ach, ich schreib’s doch aus:

So eine Scheiße!

Ich gehöre “nicht zum Personenkreis der Verheirateten”, so die Begründung. Hat der EuGH nicht ausdrücklich gesagt, dass es darauf NICHT ankommt?!? Werde sofort mal den LSVD kontaktieren und fragen, was ich tun kann. Jetzt heisst es kämpfen…

Kennt sich von Euch einer mit Traumdeutung aus? Ich habe irgendwann mal gehört, dass es nichts Gutes bedeutet von Zähnen zu träumen. Gilt das jetzt nur für die eigenen oder auch für fremde Zähne? Also ich habe heute Nacht davon geträumt, wie meine Kinderärztin auf der Kauleiste meiner Tochter herumdrückt und „interessant, interessant“ vor sich hin murmelt.

„Stimmt was nicht?“, war meine besorgte Frage.
„Ihre Tochter zahnt schon. Das ist sehr ungewöhnlich für ihr Alter“, meinte sie.

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Mein Mann hat vor ein paar Tagen neue Blumen für die Fensterbank gekauft. Mit seiner Wahl ist er nicht ganz so zufrieden. Er meint sie sehen etwas traurig aus:

Blumen-Nacht

Ich gebe meinem Schatz recht und ja, vielleicht ist es jetzt gemein ihm zu verraten, wie sein Einkauf am Tage tatsächlich aussieht:

Blumen-Tag

Ja, mein Schatz, ich sagte Dir ja: “Und sie blühen doch!”

Hier ein paar Bilder von unserem Ausflug zum Stuttgarter Fernsehturm.

Link: sevenload.com


Da sitzt doch tatsächlich die Familie Simpson im Cinemaxx in Stuttgart rum. Da musste ich mich natürlich dazusetzen. Den Film selbst werde ich aber vermutlich nicht im Kino sondern irgendwann mal auf DVD sehen können. Mein Mann werde ich nämlich nicht in diesen Film bekommen.

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